Großes Interesse an Themenabend zu Kroatien

Experten informierten über Wirtschaftsstruktur und Entwicklung des südosteuropäischen Landes

– 01. Februar 2022 –

Riesigen Anklang fand der Themenabend "Update Kroatien - 30 Jahre Wirtschaftsdynamik: Und jetzt?", zu dem der Österreichische Gewerbeverein, der Österreichische Grenzlandverein und die Botschaft der Republik Kroatien am 8. November 2021 in den Festsaal des ÖGV in Wien geladen hatten.

Der Generalsekretär des Österreichischen Gewerbevereines, Mag. (FH) Stephan Blahut, wies in seiner Begrüßung auf die Nähe zwischen Kroatien und Österreich hin, die nicht nur geographisch, sondern auch wirtschaftlich und kulturell gegeben ist.

Kroatien hat eine wichtige Brückenfunktion am Westbalkan, informierte der Botschafter der Republik Kroatien, S.E. Daniel Glunčić. Neben wirtschaftlichen Fragen ist auch die Migration eine Herausforderung im Osten Europas.

Mag. Silvio Kus, Gesandter der Botschaft der Republik Kroatien, berichtete, dass Kroatien vor der Corona-Krise eine sehr gute wirtschaftliche Entwicklung verzeichnete. Die Corona-Krise hat dann die Wirtschaft besonders hart getroffen, weil diese speziell für den Tourismus ein harter Schlag war. Der Tourismus ist auch für andere Wirtschaftsbereiche in Kroatien von großer Bedeutung. Mittlerweile zeichnet sich erfreulicherweise wieder ein starker Anstieg des Bruttoinlandsprodukts ab. Österreich ist für Kroatien als Investor, im Tourismus und bei Import und Export ein sehr wichtiger Partner.

Ein Experte der Kroatischen Wirtschaftskammer erläuterte die Wachstumspotentiale der kroatischen Industrie und der verschiedenen Wirtschaftssektoren, die Standortqualität des Landes und die intensiven Handelsbeziehungen zwischen Österreich und Kroatien. Die Kroatische Wirtschaftskammer vertritt 130.000 Unternehmen und 60 Berufsverbände.

Christoph Schoefboeck, CEO/Vorsitzender des Vorstandes Erste&Steiermärkische Bank d.d., legte dar, dass Kroatien zwar als Tourismusland bekannt ist, 80 Prozent der kroatischen Unternehmen aber nicht im Tourismus tätig sind. Die Strukturänderung der Wirtschaft ist gelungen, kleine und mittlere Unternehmen werden besonders gefördert. Kroatien hat nun zwei strategische außenpolitische Ziele: den Eintritt in den Schengenraum und den Beitritt zur Eurozone mit dem Zieldatum 1.1.2023.
Diese Weichenstellung ist auch eine Herausforderung für die Banken: Der Bankensektor hat bereits einen Anpassungsprozess eingeleitet, um das Finanzsystem rechtzeitig auf die Einführung der neuen Währung vorzubereiten. Für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung Kroatiens ist Optimismus angebracht. Ein Schwerpunkt der kroatischen Wirtschaft sind Investitionen in die steigende E-Mobilität und in deren Infrastruktur.

Im Anschluss an die Referate standen die Vortragenden den TeilnehmerInnen in einer Podiumsdiskussion und danach in persönlichen Gesprächen für Fragen zur Verfügung.