Themenabend zur Wirtschaft der Slowakei

– 05. November 2018 –

Am 5. November 2018 luden der Österreichische Grenzlandverein, der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) und die Botschaft der Slowakischen Republik in Wien zum „Hintergrundgespräch Slowakei“. Ort des Informationsabends war der Österreichische Gewerbeverein in Wien.

Nach der Begrüßung durch Andreas Gnesda, Präsident des ÖGV, berichtete der Botschafter der Slowakischen Republik, Peter Misik, über die erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung der Slowakei seit ihrer Gründung vor 25 Jahren. Aufgrund zahlreicher Reformen ist die Slowakei heute ein attraktiver Wirtschaftsstandort. Die Arbeitslosigkeit ist niedrig. Ein enorm wichtiger Industriezweig ist die Produktion von PKW. Österreich ist der zweitwichtigste Investor in der Slowakei. Große Bedeutung haben auch die Kontakte auf Ebene der Regionen und Gemeinden.

Dipl.-Ing. Bronislava Chmelová, zweite Botschaftssekretärin in Handels- und Wirtschaftsangelegenheiten, hob das starke Wirtschaftswachstum in der Slowakei hervor. Pfeiler der Wirtschaft sind neben der Automobilherstellung die Bereiche Elektronik, Information und Kommunikation und Software. 2017 wurden mehr als 1 Mio. Fahrzeuge produziert. 85 Prozent aller Exporte gehen in die EU. Vor allem in technischen Berufen besteht in der Slowakei bereits ein Fachkräftemangel. Zwischen Österreich und der Slowakei gibt es auch enge kulturelle Beziehungen.

70 Prozent der MitarbeiterInnen der gewerblichen Wirtschaft in der Slowakei sind in kleinen und mittleren Unternehmen beschäftigt. Die KMU zeichnen für zwei Drittel des BIP verantwortlich. Viele dieser Unternehmen sind im Bau und im Handel tätig, informierte Miriam Bellušová, Generalsekretärin des Slowakischen Gewerbevereins. Der Verein ist Dachverband für Unternehmensorganisationen. Er besteht seit 25 Jahren und ist in zahlreichen Arbeitsgruppen und Ausschüssen vertreten. Viele junge Menschen streben eine Ausbildung in modernen Industriebetrieben an. In Handwerksbetrieben dagegen fehlen Lehrlinge.

Mag. Hans Christian Kügerl, Wirtschaftsdelegierter der AWO in Bratislava, berichtete über die hohe Produktivität der slowakischen Wirtschaft. Die Slowakei ist nach wie vor ein Wachstumsmarkt. Hier gibt es rund 2.000 österreichische Unternehmen. Sie schufen in der Slowakei 50.000 Arbeitsplätze. Das jährliche Handelsvolumen zwischen Österreich und der Slowakei bei Import und Export beträgt ca. 6 Mrd. Euro. Investitionsbranchen österreichischer Unternehmen sind die Sektoren Autozulieferung, Metall, Maschinen, Einzelhandel, Bankwesen, Versicherung, Logistik, Bau, Energie und Dienstleistung für Unternehmen.